Erfahrungsberichte

 

Erfahrungsbericht Andrea Jaermann (März 2007)

Auf der Suche nach einer schlüssigeren Trainingsmethode war ich mit meinen Islandpferden schon lange. Trotz langjähriger Mitgliedschaft im Schweizer Kader, einiger Turniererfolge und Lob seitens meiner Trainer für meine seriöse Aufbauarbeit spürte ich, dass die gängige Islandpferdereiterei und damit auch meine Situation nicht wirklich etwas zu tun hatte mit dem, was ich mir unter Begriffen wie Leichtrittigkeit, Schwung, Harmonie, Ausstrahlung und Kadenz vorstellte. Die Realität sieht mit Ballentritten, abgerissenen Eisen, mit 10er Eisen gerettete Grundgangarten, bis 300g schweren Ballenboots für noch mehr Vorhandaktion, Unterhälse im Tölt, Ausfallen der Hinterhand, Taktfehler, Rollen, Haltungsprobleme und, und, und leider ganz anders aus. Ich verdanke es einigen Zufällen, dass ich als Zuschauer an einen Grundkurs für Schiefen-Therapie® von Klaus Schöneich gelandet bin. Nach dem Einführungsvortrag, der die Auswirkungen der Vorderlastigkeit von Reitpferden und den damit eng verknüpften Schiefenproblemen bei Reitpferden aufzeigte, wusste ich, dass ich hier die ultimative Antwort auf meine wichtigsten Fragen gefunden hatte. "Endlich mal jemand, der erklären kann, wie ein Pferd eigentlich funktioniert und aufzeigt, was genau schief läuft, wenn es schief läuft!" dachte ich mir. Hinter dem etwas technischen Begriff Schiefen-Therapie® verbirgt sich die schlüssigste Erklärung für 95% aller Bewegungsstörungen und Trainingsprobleme von Reit- und Sportpferden. Was im anschliessenden praktischen Kursteil gezeigt wurde, illustrierte die theoretischen Ausführungen aufs Überzeugendste. Ohne Firlefanz, nur mit Kappzaum, Longe und Fahrpeitsche brachte der Pferdemann Klaus Schöneich teils bemitleidenswerte, sich hölzern voranschleppende Pferde innert zwei Tagen in Schwung. Beeindruckt war ich auch von der Informationsdichte und dem nie erlebten Gehalt der Reitstunden für die fortgeschrittenen Reiter. Gleichwohl mich diese Tatsache begeisterte, stimmte mich das alles erst mal sehr, sehr skeptisch. Klar, dass ich darauf hin jede Gelegenheit nutze, um mehr über die Schiefen-Therapie® zu erfahren. Nach mehreren Begegnungen an Kursen mit Klaus Schöneich und ungefähr dem 50. Pferd mit deutlich sichtbarer Veränderung zum Positiven war ich restlos überzeugt. Viel später erfuhr ich, dass die Erfolgsquote mittlerweile bei weit über 4000 therapierten Pferden mit den unterschiedlichsten Hintergründen liegt. Diese Zahl ist umso beeindruckender, als dass die meisten Pferde davon veterinärmedizinisch bereits austherapiert waren, d.h. mit der Schiefen-Therapie® ihre erklärtermassen letzte Chance erhielten. Es war mir in kurzer Zeit klar, dass ich mit meinen zwei Islandpferden dieses Experiment machen werde. Auch ich hatte zwei Pferde zuhause stehen, die bereits mit mehr als einem Bein an die Himmelstüre pochten:

  • Karkur, ein damals 12jähriger 4-Gang-Wallach mit Lahmheits-Diagnose Spat beidseitig und Kissing Spines hinter der Sattellage: Nach mehrmonatigen Abklärungen der Universitäten Bern und Zürich wurde der Fall Karkur vom renommierten Sachverständigen für Pferdeversicherungen Prof. Dr. Björn von Salis mit der Bezeichnung "Totalschaden" zu den Akten gelegt.
  • Safir, ein damals 18-jähriger 4-Gang-Wallach hatte ebenfalls die Diagnose Spat hinten rechts und ging ebenfalls seit längerer Zeit abwechselnd vorn links und hinten rechts lahm, sobald er sportmässig geritten wurde.

Ich kaufte mir das Buch von Klaus und Gaby Rachen-Schöneich und machte meine ersten Selbstversuche. Sogar mit meiner rückblickend sehr lückenhaften Interpretation der Schiefen-Therapie® besserte sich der Zustand meiner beiden Wallache zusehens. Wie viel lag da wohl noch drin, wenn das richtig gemacht wird? Es war für mich also keine Frage, dass ich ins ARR®-Zentrum musste – nicht nur um meinen Pferden eine professionelle Schiefen-Therapie® zu gönnen – sondern auch, weil ich es jetzt erst recht ganz genau wissen wollte. Mittlerweile habe ich durch mehrmalige Besuche einen intensiven Einblick in die Arbeit im Zentrum für ARR® gewonnen. Ich betrachte die Schiefen-Therapie® als das grösste Aha-Erlebnis, das sich Reiter holen können, die sich nicht mehr länger selbst betrügen wollen. In diesem Zusammenhang wurde mir schmerzlich klar, wie sehr der Grossteil der Islandpferdereiterei auf dem Holzweg ist. Ich besuchte zahlreiche internationale Turniere mit neuen Augen. Es ist traurig, was wir unseren wunderbaren Pferden antun mit herangetriebener Hinterhand an durchhängende Rücken, Tölt auf quellenden Unterhälsen und verspanntem Genick, Grundgangarten mit Abstützen auf dem fünften Bein, herangezogene Hälsen im falschen Knick. In fast allen Fällen stelzen gestreckte Hinterbeine hinter einer tief hängenden Schulter mit hochhackiger Vorhandaktion hinterher und bringen im besten Fall Schubkraft auf die Ovalbahn. Tragkraft ist bei derart weggekippten Becken genauso anatomisch unmöglich wie eine Beugung der grossen Hinterhandgelenke. Besonders schlimm, dass auch die "Neudenker" in der Isländerszene, die sich dem klassischen Stil verschrieben haben, die Pferde ebenfalls nur in die Schablone pressen. Mogelpackungen also, soweit die Startliste reicht. Aus Erfahrung weiss ich heute, dass man bis an sein Lebensende in Dehnungshaltung reiten und gymnastizieren könnte, ohne echte Losgelassenheit, Schwung und Hankenbiegung zu erreichen. Solange der Rücken durchhängt und die Diagonalverschiebung nicht erfolgt, hilft alles nix. Bei Safir kam nach einem Jahr Schiefen-Therapie® dann der grosse Schock: Starke intermittierende Lahmheit vorne links, mit Diagnose Strahlbeinzyste. Mehrere Tierärzte eröffneten mir, dass Safir nie wieder normal geritten werden könne, bestenfalls schmerzfreies Weidepferd sein kann. Ich nahm mit dem ARR®-Zentrum Kontakt auf und Herr Schöneich vermutete nach einem Augenschein einen Beschlagsfehler als Ursache für die Lahmheit. Was schöner klang als wahr zu sein, entpuppte sich als die simple Wahrheit: Seit Gerd Lamberty im Auftrag von Klaus Schöneich Safirs Beschlag korrigiert hat und auch mein Hufschmied hier in der Schweiz weiss, worauf es ankommt, läuft Safir nun schon seit 10 Monaten ohne die kleinsten Lahmheitsanzeichen. Dies war für mich ein weiteres Schlüsselerlebnis für die umfassende Kompetenz der ARR® Führung. Hier wird nicht eine Lehre vertreten und ohne Seitenblick mit raffinierten Merchandising-Methoden vermarktet. Hier geht es ums Pferd und die Realisierung seines ganzen Potenzials und deshalb werden alle Aspekte von Hufbeschlag, über Sattel, Gebisse, Fütterung und alle anderen relevanten Faktoren mit einem Fachwissen mit einbezogen, das einfach nur beeindruckt. Dabei hat es mich sympathisch berührt, dass ein 27-jähriger Feld-Wald-und Wiesenwallach mit der gleichen Professionalität und Hingabe betreut und ernst genommen wird wie ein Donnerhall-Nachkomme. Ein Pferd, das S-Dressur geht genauso wie ein ekzemgeplagter Isländer. Meine beiden Wallache sind nun seit längerem komplett lahmfrei und dies bei konsequenter Arbeit an 6 Tagen in der Woche. Beide waren ja längst totgesagt. Heute höre ich fast täglich Äusserungen wie "Hab gar nicht gewusst, dass ein Islandpferd so schwungvoll gehen kann". Wider allen Unkenrufe aus Richter- und Sportreiterkreisen reite ich heute auch Tölt auf meinen beiden Wallachen im ARR®-Stil. Der konstruktive Austausch mit Herr und Frau Rachen-Schöneich und das grosse Interesse an den Spezialgangarten waren für mich ideale Voraussetzungen und schafften Trainingsbedingungen, wie man sie sich nur wünschen kann. Damit eins gesagt sei: Ich bin noch lange nicht da, wo ich hin will. Doch ich bin (endlich!) definitiv auf dem richtigen Weg dahin. Das neue Gangpotenzial meiner Pferde entlockt mir und Zuschauern regelmässig spontane Jauchzer. Das Neue dran ist, dass ich sicher bin, das auch die Pferde heute mitjauchzen würden, wenn sie könnten. Ich kann allen Islandpferdeleuten einen Besuch im ARR®-Zentrum wärmstens ans Herz legen.

 

KarkurvonSalis

Karkur früher

Karkur_2006

Karkur 2006

Safir_frueher

Safir früher

Safir_heute

Safir heute

Safir_heute2

Safir heute 2

 

 

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