Die Diagnose


Der Weg des Pferdes von seiner Geburt zu seinem Status als Freizeit-, als Western- oder als Sportpferd wird prägend begleitet von vielen Einflüssen. Diese Einflüsse beginnen schon mit dem Aufwachsen in Umgebungen, die von Pferd zu Pferd nicht unterschiedlicher sein können. 
Die nächste Phase, in der die ersten Erfahrungen sich einprägsam für das spätere Leben bemerkbar machen, ist die Vorbereitung für das Einreiten sowie das Einreiten selbst. Besonders hier muss das Pferd sehr individuelle Erfahrungen schon alleine dadurch machen, dass der Markt ein solch breites und vielfältiges Angebot bereit hält, das eben - wie in allen Bereichen einer eiligen Zeit - beim Herangehen an ein solches Lebewesen einer gewissen Oberflächlichkeit nicht entbehrt.
Hier schlägt sich eigentlich der Umgang des Menschen mit sich selbst in seinem Umgang mit dem Lebewesen Pferd nieder. Der Weg zum Erfolg entfernt sich mehr und mehr von ehrlichen Trainingsarbeit hin zur Behandlung. Die Anzahl des Patienten Pferd steigt einfach dadurch, dass dem Menschen mehr und mehr durch Behandlungsberatungen die Verantwortung abgenommen wird. Er rückt immer weiter von der ursprünglichen Notwendigkeit, ein Pferd für seine späteren Aufgaben vorzubereiten, ab.

Das hat Folgen. Bewegungsprobleme, deren Ursachen nicht mehr so leicht erkennbar sind. Stoffwechselprobleme, hohe Empfindlichkeiten gegenüber dem Umfeld, Bewegungsprobleme, Verletzungsanfälligkeiten usw. Und immer die Frage nach dem "Warum?"

Mit all diesen Fragen und Problemen belastet, treten viele Pferdebesitzer an uns heran. Denn all die o.g. Wege haben eines nicht beantworten können, warum erreiche ich nicht das Ziel.

Jetzt macht es keinen Sinn noch eine weitere Vermutung auszusprechen, die nicht der Realität entspricht. Es muss eine klare Aussage her. Das kann nur bedeuten, dass die negativen Bewegungsabläufe und Bewegungsmuster, auch als solche dargestellt werden müssen. Selbstverständlich werden alle bisherigen Behandlungsergebnisse, einschließlich von technischen Untersuchungen im Beisein unserer Fachleute besprochen, um Ganzheitlichen Aspekt erarbeiten zu können.

Hier kommt die Diagnose zum Tragen. Nach Beurteilung der angereisten Pferde im Stand, bei der auch der Besitzer die Geschichte seines Pferdes darstellen wird, werden die Pferde in der Bewegung an der Longe und im Rundpaddock auf beiden Händen gearbeitet. Die ersten Beurteilungen in der Bewegung werden dem Besitzer als Information vermittelt. Dieser Teil wird per Videokamera festgehalten.

Für den Besitzer folgt nun die wichtigste und interessanteste Beurteilung seines Pferde. Die Darstellung eines jeden Schrittes in der Zeitlupe und im Einzelbild. Hier werden einige offene Fragen sehr schnell klar. Das kann natürlich auch zur Folge haben, dass dem Besitzer plötzlich klar wird, was er schon lange gespürt und auch vermutet hatte, aber was seine bisherigen Informationen ihm nicht vermitteln konnten.

Weiterhin kann das Ergebnis bedeuten, dass wir raten nicht mit der Vergangenheit zu hadern, sondern durch eine verbesserte Information über spezielles Training die Probleme in der Zukunft in den Griff zu kriegen.

Selbstverständlich ist mit einer Diagnose auch eine Beratung, wie das Problem angegangen werde kann und muss, verbunden. Denn in allzu vielen Fällen ist eine sehr intensive Hilfe gefordert.
 

Weiterführende Literatur finden sie in unserem Buch "Die Schiefen-Therapie®"

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeichnungen von Renate Blank

 

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