Kurs mit Klaus Schöneich in Holzhausen 8. - 10. April 2011
„Schiefentherapiekurs“ - was soll ich mir darunter vorstellen? Ohne nähere Vorkenntnisse erstmal gar nichts – doch dank „Werbung“ einer ehemaligen Kursteilnehmerin meldete ich mich immerhin als Zuschauerin an. Das erschien mir als Studentin erschwinglich und sich-etwas-anschauen schadet ja bekanntlich nicht. Bin ich doch Besitzerin einer knapp 3jährigen Paintstute, die in diesem Sommer angeritten werden soll. Ich hatte viel mit ihr am Boden gearbeitet, wir gingen spazieren – aus meiner Sicht schienen wir auf einem guten Weg zu sein.
Dann kam der 8. April und das Pferd meiner Mutter, die am Kurs teilnehmen wollte, da der Hufschmied mehrfach auf die schief abgelaufenen Hufe hingewiesen hatte – dieses Pferd stieg partout nicht in den Hänger ein. Die Zeit drängte ein wenig, denn mittags um 12 Uhr sollte der Kurs beginnen. Was tun? Kurzentschlossen tauschten wir die Plätze, meine Mum kam als Zuschauerin mit und ich fuhr überraschenderweise mit einem ungeputzten Pferd zum Kurs.
Da waren wir nun – auf dem Criollohof in Holzhausen. Nachdem die Pferde gut in ihr 3tägiges Zuhause eingezogen waren, ging es auch schon los. Begrüßung durch Herrn Schöneich, kurze Vorstellung jedes Kursteilnehmers. Bereits da zeigte sich der bunte Kurs-Mix, der – so fand ich –, über die Tage hinweg die Sache besonders spannend machte. Da waren die Teilnehmer mit und ohne Pferd, die verschiedenen Pferde von 3-19 Jahren, unterschiedliche Rassen, klassisch, western oder noch gar nicht geritten, Teilnehmer bereits mehrerer Kurse bei Herrn Schöneich bis hin zu mir mit quasi null Ahnung, was da auf mich und mein Pferd zukam...
In der Reithalle, im provisorisch aufgebauten Roundpen führte Herr Schöneich zunächst jedes Pferd vor; es wurden bei Einverständnis des Besitzers Videoaufnahman gemacht, die wir später gemeinsam anschauten und „auswerteten“. Dabei gab es die Möglichkeit, sein Pferd sowohl an der Longe zu sehen bzw. wer wollte, konnte natürlich auch reiten. In der Videoanalyse wurden die grundlegenden Probleme der Pferde deutlich sichtbar, die meisten liefen stark auf der Vorhand, konnten sich nicht biegen, setzten die Hinterhand nicht ein, vom Rücken aufwölben ganz zu schweigen. Mit einem ausführlichen Vortrag von Herrn Schöneich über seine Erfahrungen und Erkenntnisse und seine Ausbildung der Pferde - „Schiefentherapie“ - mit dem Ziel eines gesunden Reitpferdes, ging der 1. Kurstag auch schon zu Ende
Samstag um 9 Uhr ging es nach einer kurzen Morgenbesprechung auch sofort wieder in die Halle, wo Herr Schöneich jedes Pferd longierte bzw. einige Teilnehmer ritten. Es war sehr schön für mich, auch „fortgeschrittenere“ Pferde zu sehen – ist es doch das Traumziel eines jeden von uns, ein geradegerichtetes losgelassenenes Pferd zu reiten, das dazu den Rücken aufwölbt...
Der Weg dahin... besteht aus Arbeit. Darum ging es nach der Mittagspause zur 2. Runde in die Halle: mit Kappzaum und Longe oder zu Pferde – selbst das weniger geübte Auge sah bei den Pferden schon eine deutliche Verbesserung der Bewegungsabläufe. Zwischendurch gab es jederzeit die Möglichkeit zum Gespräch mit Herrn Schöneich, auch das mitgebrachte Equipment der Teilnehmer (Kappzaum, Sättel) wurde von ihm angeschaut und im Hinblick auf die Tauglichkeit besprochen.
Sonntagmorgen wieder zeitiger Start – zuerst folgte die „Abschluss“besprechung. So konnte jeder seine bisherigen Eindrücke/Ideen/Wünsche für den letzten Kurstag äußern. In der Halle war es schließlich soweit, dass alle Teilnehmer unter Anleitung selbst mit ihrem Pferd arbeiteten (Longieren oder Reiten). Dabei wurde von Herrn Schöneich nochmals individuell auf jedes Pferd eingegangen.
Meine Stute, deren Videoaufnahmen in Zeitlupe mich doch ziemlich schockiert hatten, lief schon deutlich besser, viel schwungvoller und mit Einsatz der Hinterhand.
So finde ich nun, dass sich die – unverhoffte – Teilnahme am Kurs für mich auf jeden Fall gelohnt hat. Es war sehr lehrreich und ich sehe auch eine gute Möglichkeit mit gewisser Übung selbstständig da weiterzuarbeiten, wo der Kurs endete. Wie es weitergeht...? Na mal sehen.
Vielen Dank an Herrn Schöneich, vielen Dank an Andrea für die Organisation des Kurses und vielen Dank auch an alle vom Criollo-Hof in Holzhausen für Speis’ und Trank. Wir kommen gerne wieder. Und Mama: Verladetraining!☺
Marie Schneider








